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Nachts am FjordWenn drei blutige Anfänger und ein Vollblutprofi zum Angeln an den Romsdalfjord fahren, kann alles anders kommen als erwartet.

Man sollte meinen, wer hier zum ersten Mal fischt, dem wird Petri nicht allzu viel Heil bescheren, aber dem war nicht so. Unser Fischführer Mario, besser bekannt als Hermann, hat bis zum letzten Tag abgesehen von drei kleinen Rotbarschen und einem Dorsch der gerade mal Maß hatte, nur Steine an Bord gezogen!

Tonys erster KöhlerWir  Amateure hingegen sind am ersten Tag schon mit fünf stattlichen Köhlern nach Hause gefahren. Und Petri blieb uns auch für den Rest des Urlaubs wohl gesonnen.

Allerdings hat Hermann am Samstagabend zuvor noch eine Makrele vom Steg gefangen, was im Juni wohl eher selten ist. Da wir den Sommer mitgebracht hatten, haben wir unsere Makrele gleich auf der Terrasse gegrillt. Die einfachste Lösung, da unser Koch erst zwei Tage später per Flugzeug nachkommen sollte.

Ramon erwarteten wir nicht nur wegen seiner Kochkünste mit Freude, sondern auch, weil er den Auftrag hatte Zigaretten mit zu bringen.

Leos erster Drill

Sicher gelandet! Wie geht der Pilker ab?
Unser Plan, zwei Stangen von der Fähre mit zu nehmen, ging nämlich nicht auf, da jeder nur eine Schachtel zollfrei kaufen durfte... Für den Sonntag und halben Montag reichten sie dann aber noch und das war auch gut so, da die Fische am Montag überhaupt nicht beißen wollten. So saßen wir bei bestem Wetter auf unserem Boot und übten uns in Geduld. Aber die Natur entschädigt hier für fast alles! Unser Skipper - HermannJedenfalls fragte Hermann irgendwann, ob uns etwas aufgefallen wäre. Keine einzige Möwe am Himmel oder auf dem Wasser! Gespenstische Ruhe und Sonnenschein. Sonst nichts. So fuhren wir erst mal weiter nach Molde, um Ramon in James Bond Manier mit dem Boot vom Flughafen abzuholen. Das klappte hervorragend, da wir direkt hinter der Landebahn einen Steg fanden und unser Koch schon um die Ecke kam, nachdem wir gerade angelegt hatten. So fuhren wir wieder zurück in Richtung „Dorschwiese“ und es dauerte nicht lange und ich hatte einen drei Kilogramm schweren Leng am Haken. Tonys erster Leng!Unser Abendessen war gesichert. Ansonsten blieb die Kiste ziemlich leer und wir versuchten es weiter im Roms. So konnte unser Koch, keine zwei Stunden nach seiner Ankunft in Norwegen, und einem Intensiv Pilk-Kurs durch Hermann, seinen ersten Köhler aus dem Fjord angeln.
 
Nach ein paar Stunden war der Hunger dann aber so groß, dass wir beschlossen, nach Hause zu fahren. Wir entschieden, dass die Fische bei dem schönen Wetter zum Sonnenbaden an den Strand geschwommen sind und wir heute nichts mehr ausrichten könnten.

 

Nach dem vorzüglichen Abendessen kam Michael, der Mechaniker vom Rödven Camp vorbei und sah uns beim Stegangeln zu. Er war sichtlich amüsiert über unsere Seesternansammlung, die wir statt den gewünschten Heringen an Land zogen. Aber auch das änderte sich schnell. Bestens ausgerüstet hatten wir am nächsten Tag (es war schon spät geworden, also ein paar Stunden später, Nacht wird es nicht zu dieser Jahreszeit) schon vier auf einmal an der Angel. Die ersten Heringe von LeoDie wurden dann auch gleich fachmännisch mariniert. Klar kann man laut Michael und Hermann wesentlich mehr Heringe fangen, aber ehrlich gesagt, waren wir doch eher an den dicken Fischen interessiert. An dem Dienstagabend hatten wir jedenfalls viel Spaß und blieben die ganze Nacht wach. Das Zeitgefühl hatten wir mittlerweile sowieso verloren und das Bier tat sein übriges... So war ich auch sehr erschrocken als wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück rausfahren wollten und ich feststellen musste, dass es bereits halb fünf war! Hochmotiviert, da inzwischen auch wieder Möwen unterwegs waren, fuhren wir also los. Wir waren nun auch im Besitz der neuen Geheimwaffe; dem rosa Gummifisch mit Extreme Tail Action! Hermann war zwar eher skeptisch – nach 40 Jahren Anglerdasein für ihn neumodischer Scheiß – aber ich hatte bald einen Dorsch am Gummi, von dem wir sogar zu viert satt wurden. Dabei blieb es dann aber auch. Tony hat wieder einen Köhler...Danach wollten wir es noch mal wissen und fuhren in den Roms zum Köhlerfischen. Diesmal wieder mit Pilker. Das Wetter spielte mit und die Drift war nicht zu stark. Durch die gute Schule, die wir bei Hermann durchlaufen hatten, kamen auch wieder angemessene Köhler in die Fischkiste. Kinder und Teenager gingen gleich wieder ins Wasser. Wer noch nicht besonders fischkundig ist, weiß halt manchmal nicht so genau, was er da rausgezogen hat, aber Hermann passte immer auf, dass die untermäßigen wieder zurückgingen.

Ramons erster ButtDer Donnerstag brachte einen Kessel Buntes. Hinter der Vogelinsel fingen wir bei strahlendem Sonnenschein Dorsch, Butt, Köhler und sogar eine Seegurke, die wir allerdings im ersten Moment für einen Tintenfisch hielten. Hermann angelte seinen dritten Stein aus dem Fjord, woraufhin wir ihn darauf aufmerksam machten, dass wir lieber Steinbeißer hätten!

Später sollten für den Internetauftritt der Uwe Onken Tours noch Fotos von der Lodge in Vagstranda gemacht werden. Michael sammelte uns nachmittags ein und versuchte uns hinzubringen. Sobald wir aus der extrem ruhigen und sonnigen Bucht rausgefahren waren, wurde die See wesentlich unruhiger. In der Pferdebucht ging es dann wieder, nur da wollten wir eigentlich gar nicht hin! Michael war am Telefonieren und verpasste die Abzweigung, was er erst merkte, nachdem er das Ende der Pferdebucht erreicht hatte. Tony legt vor...Zwischendurch ging ihm dann noch der Sprit aus, weswegen er seinen Kanister fast leer machen musste. Unsere Reserve war ebenfalls aufgebraucht und wir waren gerade 20 km umsonst gefahren, die wir nun wieder zurück zotteln durften. Auf den letzten Tropfen erreichten wir dann endlich Vagstranda, wo Michael uns erst mal einen ausgeben musste. Kuddel freute sich noch mehr über unseren Besuch, nachdem wir ihm die lang ersehnte Hart am Fisch Team-Jacke von Eisele geschenkt hatten. Bei der Rückfahrt teilten wir uns zum Glück in zwei Gruppen auf und ich durfte selbst mit Michaels 30 PS Boot fahren. Die Wellen waren inzwischen teilweise bei 1,50 m und ich hätte keine Lust mehr gehabt vorne zu sitzen. Sprit war laut Hermann noch genug da, um nach Hause zu kommen und so fuhren wir los. Es dauerte dann nicht lange, bis Michael mir das Signal zum langsam fahren gab, da unser Hart am Fisch-Team wild mit den Armen wedelte. Motorschaden! Wir vermuteten eher kein Benzin im Tank, aber tatsächlich waren wohl zwei Zuendkerzen nass geworden. Mit halber Kraft ging es dann langsam nach Hause.  Ich hatte erst mal genug vom Boot fahren und blieb am letzten Tag an Land.
Deshalb überlasse ich es nun Leo von diesem Tag zu berichten.
 
Von Michael hatten wir erfahren, dass im Langfjord gut gefangen werde.
Auf Höhe der Starkstromleitungen, die auf imposante Weise von Berg zu Berg über den Fjord „gespannt“ sind, sei gut Köhlerfischen.
Also machten wir uns am Freitag zu dritt, ohne unseren Angel-Champion Tony (Hermanns Tochter, Sie hat den Bericht weiter oben geschrieben), auf den Weg dorthin.
Fachmännische HilfeDie Wolken hingen sehr tief auf halber Höhe der unserem Haus gegenüber liegenden Berge.
Es nieselte leicht. Das Wasser schien ruhig zu sein. Nichts wie los, die Köhler rufen schon nach uns, dachten wir noch.
Doch die Gegebenheiten sollten sich mit Erreichen des Langfjords schlagartig ändern.
Der Wind muß weg!Der Wind blies kräftig in den Fjord hinein und bescherte uns somit auch etwas stärkere Wellen. Vom Angeln wollten wir uns trotzdem nicht abhalten lassen und fuhren weiter bis zu den bereits erwähnten Leitungen. Nachdem wir das erste Mal aus dem kräftig schaukelndem Boot ausgeworfen hatten und nach kürzester Zeit einen Kilometer weit abgetrieben waren, entschied Hermann das Boot zu verholen und es noch einmal mit Driftsack zu versuchen.
Doch auch der Sack konnte gegen diese Drift nichts ausrichten. Also wieder raus aus dem Windkanal Langfjord.
Die Überlegung den Roms anzusteuern und auf dem Weg zwei kleine Inseln, die uns als Wind- und vor allem als Driftschutz dienen sollten, abzufischen, scheiterte daran, dass da laut Echolot gar keine Fische waren. Sozusagen als Wehrmutstropfen konnten wir aber an einer der Inseln noch einen mächtigen Adler beobachten. Majestätisch umgarnt von einem Schwarm Möwen peilte der König der Lüfte seinen Aussichtspunkt, den Wipfel des höchsten Baumes der Insel, an.

Die Spannung steigt!Auf der Weiterfahrt zeigte sich dann aber, dass der Wind im Roms wohl keinen Deut leiser pfiff, und so entschieden wir uns, mehr amüsiert als missmutig, wieder „nach Hause“ in den Rödvenfjord zu fahren und die Fische erst mal in Ruhe zu lassen...
   
Nach einem ausgedehntem Mittagessen riss der Himmel langsam auf und auch der Rödvenfjord war wieder „Still ruht die See“.
Während wir schon mal unsere sieben Sachen für die Heimfahrt am Samstagmorgen packten, konnte es sich Hermann nicht nehmen lassen, noch mal vom Steg aus zu angeln.
Und siehe da: Petri war auch Hermann wohlgesonnen. Er zog einen monströsen Knurrhahn von 38 cm aus dem Wasser.
Wenig später schmissen auch wir uns ein letztes mal in unsere Monturen um diesen wunderschönen letzten Abend noch auf dem Boot auszukosten.
Wir fuhren tiefer in den Rödvenfjord hinein, Richtung Holmemstranda. Direkt gegenüber vom Uwe Onken Camp Holmemstranda liegt eine kleine Insel, deren Seiten wir befischten.
Für kurze Zeit nieselte es etwas, aber sofort kam auch wieder die Sonne zum Vorschein.
So erschien über den mächtigen, noch schneebedeckten Bergen ein doppelter Regenbogen.
Mit der bereits erwähnten Geheimwaffe rosa Gummi Köder lagen wir nun auf der Lauer.
Und tatsächlich war es mir vergönnt einen 2 kg Dorsch, den letzten Fang unserer einwöchigen Norwegen Experience, aus dem Fjord zu angeln.
Danach brachen wir ein letztes Mal zu unserem Angeldomizil auf, da Hermann noch das Boot sauber machen und anschließend zu Gerold nach Holmemstranda bringen wollte. Kaum hatten wir angelegt und mit dem Putzen begonnen, kam Gerold schon vorbei und schleppte das Boot mit seiner „Orka“ davon. So sparten wir uns den Weg zum Camp und genossen unseren letzten Abend in unserer Luxushütte mit Blick auf den Rödvenfjord.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir neben „gutem Sport“ vor allem auch gutes Essen und eine Menge Spass hatten. Die Betreuung durch das Rödven-Team Gisela, Michael und Johannes war wunderbar. Uns hat es nie an etwas gefehlt und dafür möchten wir uns herzlich bedanken!
Wir drei Anfänger sind durch Hermann nun auch des Anglerlateins mächtig und sagen „Petri Dank“! Bei Hermann werden die Fische wohl im April nächsten Jahres mit dem richtigen Hart am Fisch-Team wieder beissen...Hier haben wir gewohntHaus mit Steg














Hier noch ein paar Bilder zum Geniessen der wunderschönen Mittsommernacht!

   
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